Gästehaus Grottental Zimmer buchen
Das Gasthaus im Winter 1967 mit dem Schriftzug Grottental, davor hohe Schneewälle

Geschichte · 1847 bis heute

Seit 1847 ein Haus für Gäste.

Gebaut als Brauerei mit Weinschank, 145 Jahre im Besitz der Familie Mattes-Stingel, seit September 2026 in neuen Händen. Die Grundmauern stehen seit dem ersten Tag.

Chronik

Nach der Hauschronik und den Erzählungen von Jürgen Stingel.

  1. 1845

    Das Baugesuch

    Johannes Zahner beantragt, an der Straße nach Unterdigisheim und Hossingen ein Wohn-, Wirtschafts- und Brauereigebäude mit Stall zu bauen. Er will dort Bier brauen und eine Speisewirtschaft mit Weinschank betreiben.

  2. 1847

    Ein Allgäuer baut für 6 000 Gulden

    Zahner erhält die Genehmigung und baut die Wirtschaft für 6 000 Gulden. Den Namen bringt er aus Wangen im Allgäu mit, wo er einen Hof besaß, das „Grottenthal“. Mit einer Grotte hat der Name nichts zu tun.

  3. 1881

    Die Familie Stingel übernimmt

    Der Bierbrauer Stingel, verheiratet mit einer Tochter aus dem „Adler“ in Tieringen, übernimmt das Gasthaus von Johannes Zahner. Die Familie Mattes-Stingel führt es danach über fünf Generationen. In diesen Jahren kommt Oberdigisheim zum Postamt Balingen, und im Grottental wird der erste Telegraf des Ortes angebracht.

    Alte Postkarte „Gruss aus Oberdigisheim“: oben der Ort mit Kirche, unten die Bierbrauerei Stingel
    Postkarte „Gruss aus Oberdigisheim“, 19. Jahrhundert
  4. 1888

    Ohne h

    Aus „Grottenthal“ wird „Grottental“.

  5. um 1900Brauerei

    Die größte Brauerei im Oberamt Balingen

    Brauerei und Brennerei beschäftigen rund 40 Menschen, zeitweise arbeitet das halbe Dorf saisonal im Grottental. Das Malz wird in der hauseigenen Mühle gemahlen, auf dem Dörrboden unter dem Dach getrocknet und mit Eis in den Gewölbekellern gelagert. Das Wasser kommt aus der eigenen Grottenthalquelle.

    Mit dem Fuhrwerk bringen die Brauer ihr Bier im Umkreis von 30 bis 40 Kilometern von Wirtschaft zu Wirtschaft. Aus dieser Zeit stammen Silberbesteck und Geschirr mit dem blauen Emblem der Grottental-Brauerei.

    Das Haus um 1900: Brauerei und Gasthof, davor eine Gruppe Männer auf der Straße
    Das Grottental um 1900
    Postkarte Oberdigisheim: Blick über den Ort, eingeklinkt die Brauerei Stingel mit Pferdefuhrwerk vor dem Haus
    Postkarte mit der Brauerei Stingel und ihrem Bierfuhrwerk
  6. 1926

    Die Brauerei wird verkauft

    Julius Stingel stirbt an einer Lungenentzündung. Hermine Stingel bleibt mit vier kleinen Kindern zurück und muss die Brauerei verkaufen. Das Gasthaus behält die Familie. Nebenher bestellt sie rund 45 Hektar Wiesen und Felder und betreibt eine Getränkehandlung.

    Schwarzweißaufnahme: das Haus von der Straße aus, davor ein Baum und ein Holzzaun
    Das Haus um 1929
  7. bis 1960Wasser

    Wasser aus der Gommelsteigquelle

    Bis etwa 1960 versorgt die Gommelsteigquelle das Gasthaus und die frühere Brauerei mit Wasser. Die Quelle schüttet je nach Jahreszeit 0,3 bis 1,0 Liter pro Sekunde, auch in trockenen Wochen. Bis etwa 1955 bewässern Kleinbauern und Tagelöhner mit ihrem Wasser die Allmendgärten.

    Die Quelle heute: Umgebung

    Die gefasste Gommelsteigquelle bei Oberdigisheim: Brunnenstube aus Bruchsteinen mit Holzbank und Infotafel, dahinter eine Wiese
    Die Gommelsteigquelle heute. Foto: Olga Ernst, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
  8. 1935bis 1989

    Vier Umbauten

    1935, 1967, 1983 und 1989 wird das Haus umgebaut. Die Grundmauern von 1847 bleiben jedes Mal unangetastet.

    Schwarzweißaufnahme im Winter: das Gasthaus mit dem Schriftzug Grottental, davor hohe Schneewälle
    Winter 1967
    Schwarzweißaufnahme: Frauen und ein Mann auf der Eingangstreppe, darüber das Wirtshausschild
    Auf der Eingangstreppe, um 1955
    Schwarzweißaufnahme: Seitenansicht des Hauses, davor ein VW Käfer
    Die Straße vor dem Haus, um 1965
    Schwarzweißaufnahme der Gaststube mit Holzbalkendecke und gedeckten Tischen
    Die alte Gaststube
  9. 2000

    Der Großbrand

    Im Jahr 2000 brennt das Grottental. Der Dachstuhl brennt aus, Stuben und Zimmer sind zerstört. Die Grundmauern von 1847 halten.

    Das Haus im Schnee mit ausgebranntem Dach
    Nach dem Brand: das Dach ist ausgebrannt
    Farbaufnahme: das Gasthaus im Sommer, davor zwei Autos
    Sommer 1999, ein Jahr vor dem Brand
    Ausgebrannter Raum mit verkohlten Wänden und zerstörtem Fenster
    Ausgebrannte Räume
    Verwüstete Gaststube voller Brandschutt
    Die Stube nach dem Brand
    Verkohlte Dachbalken vor einem Loch im Dach
    Verkohlte Dachbalken
    Das beschädigte Haus im Winter, das Dach offen
    Der Winter nach dem Brand
  10. 2001bis 2003

    Wiederaufbau auf den alten Mauern

    Auf den Grundmauern von 1847 entsteht das Haus neu. Die oberen Geschosse werden in Holzbauweise aufgesetzt, ganze Wandelemente kommen fertig auf dem Lastwagen.

    Das Haus im Gerüst, der neue Dachstuhl aus Holz ist aufgesetzt
    Der neue Dachstuhl steht
    Ein Lastwagen mit Kran bringt ein fertiges Wandelement aus Holz
    Wandelemente kommen per Lastwagen
    Ein Geschoss aus Holzelementen wird aufgesetzt, dahinter ein Baukran
    Das Obergeschoss wächst
    Rohbau des Dachgeschosses mit Holzständerwänden
    Innenausbau im Dachgeschoss
    Das Haus im Gerüst mit neuem Dach, davor Baukran und Container
    Kurz vor der Fertigstellung
  11. 2003bis 2007

    Neue Stuben, neue Zimmer

    Gaststube und Gästezimmer sind neu eingerichtet. An der Wand der Gaststube stehen zwei Sätze zur Geschichte des Hauses. 2007 hat das Grottental 120 Plätze im Haus, 60 im Biergarten und 12 Gästezimmer.

    Die Gaststube mit gedeckten Tischen, an der Wand die gemalte Inschrift zur Hausgeschichte
    Die Gaststube 2003, an der Wand die Hausgeschichte
    Nebenstube mit Holzvertäfelung, Hängelampen und gedeckten Tafeln
    Die Nebenstube
    Gaststube mit Blick auf den Tresen
    Gaststube und Tresen
    Doppelzimmer mit hellen Holzmöbeln
    Ein Doppelzimmer 2003
    Zimmer mit Schreibtisch, Sofa und blauen Vorhängen
    Zimmer mit Schreibtisch
    Farbaufnahme: das Haus mit neuem Anstrich und dem gemalten Schriftzug
    Mit dem gemalten Schriftzug
  12. 2011

    Der Biergarten

    Hinter dem Haus sitzen die Gäste unter Obstbäumen, zwischen Garten und Terrasse.

    Der Biergarten mit Sonnenschirmen und gedeckten Tischen vor dem Haus
    Der Biergarten 2011
    Tische mit orangefarbenen Decken im Biergarten
    Tische im Biergarten
    Biergarten unter einem großen Baum, im Hintergrund Nachbarhäuser
    Unter den Bäumen
    Große Wiese mit Obstbäumen und Hecke
    Der Garten
  13. 2026September

    Zum ersten Mal in neuen Händen

    Nach 145 Jahren verlässt das Haus die Familie. Lukas Hofstätter, ein junger Unternehmer aus Balingen, kauft das Grottental und stellt Restaurant und Zimmervermietung neu auf. Heute hat das Gästehaus 14 Zimmer.

    Lukas Hofstätter bei der Übergabe mit zwei weiteren Personen in der Gaststube mit Holzbalkendecke und Natursteinboden
    Die Übergabe in der Gaststube, 2026
    Das Gästehaus Grottental heute von der Straße aus, mit Fensterläden und Eingangstreppe
    Das Haus heute

Fotos aus dem Hausarchiv. Ein Klick zeigt jedes Bild groß.

Übernachten im alten Haus

14 Zimmer auf den Grundmauern von 1847, bis auf zwei alle mit eigenem Bad, dazu zwei Küchen und Selbst-Check-in rund um die Uhr. Für Teams und lange Aufenthalte schreiben Sie uns.